Beiträge mit Schlagwort “Produktivität

„Das muss in einer Stunde fertig sein!“ „Ok Chef, ich mach’s in drei!“ oder Intranet 2.o

Wem sind sie nicht schon ein mal begegnet? Strikte Kommunikationswerge und unflexible Befehlsketten. (und nein, ich spreche hier nicht von solchen Vereinen wie bspw. die Bundeswehr).
Je groesser ein Unternehmen ist, desto schwerfälliger sind auch diese Konstrukte und Strukturen. Vorwiegend stösst man jedoch in staatlichen Bereichen oder in Firmen, die von solchem finanziert/subventioniert werden, auf sie. Warum einfach und effizient machen, wenn man auch warten kann bis ein Erdbeben den Berg vor die Bürotür schiebt?!

Sein muss das Ganze aber nicht. Der technologische Fortschritt hält nunmehr schon seit geraumer Zeit einen grossen Pool von Entwicklungen und Tools bereit, die uns das Arbeiten/Leben auch innerhalb eines Unternehmen wesentlich erleichtern können und würden daraus resultierend die Wirtschaftlichkeit und somit auch den Ertrag um ein Vielfaches steigern.

Das Schlagwort hierfür ist wohl Enterprise 2.0.
Die externe Aussenwirkung von Unternehmen in Sozialen Netzwerken möchte ich an dieser Stelle vernachlässigen, denn dabei geht es im wesentlichen schlicht und ergreifend um Werbung. Nichts desto trotz ist jedes Unternehmen dazu angehalten die allg. Stimmung(en) auf den entsprechenden Plattformen zu verfolgen, auf Kommentare und Kritik einzugehen, mit seinen Kunden zu interagieren, und somit an ggb. Stelle die Möglichkeit hat transparent einzuschreiten – einfach präsent sein und so dem Kunden eine gewisse Nähe zu suggerieren, sodass er jeder Zeit das Gefühl hat, sofort einen direkten Kommunikationswerg zu haben, sofern er diesen benötigt.
Vielmehr soll es hier um Möglichkeiten gehen, Technologien und Systeme aus dem Social-Media-Bereich innerhalb eines Unternehmens anzuwenden bzw. in die bestehenden Prozesse zu integrieren und damit sinnvoll zu arbeiten.
Als exemplarisches Beispiel dient dabei die folgende Fallstudie aus dem schweizer Unternehmen Avanade, veröffentlicht in dem Buch: Die Organisation des E-Business IX. Innovation: Fallstudien über die Bedeutung der Informatik und Telekommunikation zur Steigerung der Innovationskraft von Organisationen. (Dr. Pascal Sieber & Partners AG, Bern, 2009)

Zugegeben, die Idee der Instant Communication und des kollaborativen Arbeitens sind nun keine neuen Innovationen und als Web 2.o Technologie lässt sich der Lync Server [Microsoft] wohl auch nicht unbedingt bezeichnen, aber es ist ein Tool das technisch gesehen viele gute Ideen zur digitalen Kommunikation und Zusammenarbeit über grosse Entfernungen miteinander vereint und durch die damit verbundene, tiefgreifende Systemintegration wohl auch die erste Wahl bei einer firmenweiten MS-Infrastruktur ist. (…und ein Unternehmen das im Bereich Microsoft Consulting angesiedelt ist, sollte vielleicht auch nicht unbedingt mit Facetime, iCal und iMessage arbeiten – marketing-technisch eine ganz schlechte Idee)
Aber. Der Grundgedanke dieser Infrastruktur spiegelt durchaus die Philosophie des Web 2.0 (pers. Def.) wieder. Der Mensch möchte gerne mitmachen. Der Mensch möchte gerne die Aufgaben erledigen (koennen), die er bekommt – und das gut. Der Mensch möchte fragen. Er möchte wissen. Er möchte antworten. Er möchte helfen und er möchte sein Wissen auch teilen. Es muss ihm nur die Chance dazu gegeben werden.

es folgen Zitate aus der o. verlinkten Fallstudie:

vor der Einführung:

„Voraussetzung für diesen Wissensaustausch ist eine rasche und direkte Kommunikation.“

Es gilt […], Zeitverlust infolge von gescheiterten und unnötigen Kontaktversuchen sowie Verzögerungen durch Medienbrüche zu verhindern.

nach der Einführung (Fazit):

„..ermöglicht den Besprechungsteilnehmern Dokumente (…) gemeinsam anzuschauen und zu bearbeiten oder Brainstormings durchzuführen…“

..Erreichbarkeit sowie die Verfügbarkeit der einzelnen Fachkräfte erhöht und die Reaktionszeiten gesenkt. Präsenzinformationen helfen zudem bei der Vermeidung von Leerläufen und vereinfachen die Koordination der Zusammenarbeit.

Nutzung der weltweit verteilten Ressourcen wird vereinfacht und damit wird die Innovationsfähigkeit, die Produktivität und die Effizienz der Mitarbeitenden gesteigert

Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass eine gewisse Ignoranz gegenüber starren Strukturen weit mehr zielführend ist, als das Aussitzen einer Antwort „höherer“ Instanzen. Im Laufe der Zeit lernt man die einzelnen Bereiche in einem Unternehmen kenn und baut sich so seine Kommunikationswege in Eigenregie auf. Daraus entsteht Stück für Stück ein eigenes Netzwerk – eine unverzichtbares Hilfsmittel, aber eher ein langwidriger Prozess als eine konstruktive Sofortlösung. Was aber tut ein neuer Mitarbeiter? Ein bis zwei Jahre ineffizient und unnötig verkompliziert arbeiten? Es wäre doch viel sinnvoller von Beginn an Mitglied eines schon bestehenden Netzwerkes zu werden. Ein Netzwerk, in dem man direkt mit den Kollegen in Verbindung treten kann, die a) dafür zuständig sind [Zuständigkeitsbereiche sind auch immer so eine Sache] und b) bei der Problemlösung auch wirklich hilfreich sein können. Wenn er eine Plattform vorfindet, die gut strukturiert und durchsuchbar alles relevante Wissen wie z.B. Workflows oder Dokumentationen aus dem gesamten Unternehmens, der Bereiche und hinzugefügt von einzelne Mitarbeiter, jeder Zeit abrufbar macht.

Wie im Beispiel dieser Fallstudie über die Einführung des Lync Servers nur Beschreitung neuer multimedialer Kommunikationswege ist unschwer die Sinnhaftigkeit solcher Systeme zu erkennen. Es ist nicht zu bestreiten, dass dadurch ein weitaus effizienteres Arbeiten ermöglicht wird. Allein der globale Schaffensbereich von Avanade machen Arbeitsmittel für Instant Messaging, Video-Konferenzen und kollaboratives Arbeiten unabkömmlich.
Transparentes Wissen und schnelle, direkte Kommunikationswege sind ungemein förderlich für die gesamte Produktivität eines Unternehmens und bewirkt nicht nur die Qualitätssteigerung der internen Arbeitsergebnisse und -prozesse und das damit verbundene Arbeitsklima, sondern ist letztendlich weitaus zielführender und dadurch auch verantwortlich für einen grösseren Erfolg und den damit konvergierenden Gewinn.

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