„In the Box“ oder Was ist Web 2.o…?

Vorwort: Es ist nicht mein freier Wille darüber zu Schreiben und das zum Leitwesen aller auch noch zu veröffentlichen. Meine Dozentin (Prof. Dr. Ilona Buchem) hat das im Rahmen des o.g. Moduls (entspricht Blog-Kategorie) als durchzuführende Aufgabe gestellt. Dem werde ich im Folgenden auch nachkommen.

…nach Tim O’Reilly (und seinem Buch: Was ist Web 2.0? – Entwurfsmuster und Geschäftsmodelle für die nächste Software Generation):

Das Platzen der Dot-Com-Blase Ende 2001 läutete, zumindest nach der Auffassung von O’Reilly, wohl das Zeitalter des Web 2.0 ein. Erst einmal ins Leben gerufen, war nun oberste Priorität, das Schlagwort „Web 2.0“ von Grund auf zu definieren.

In dem 2004 veröffentlichten Buch spricht O’Reilly über (die nach seiner Auffassung geltenden) Grundprinzipien und -konzepte des Web 2.0.

Mal davon abgesehen, dass das Ganze auf den ersten Blick doch eher etwas skuril wirkt, da er immer mal wieder von Web-2.0-Firmen wie beispielsweise Overture Services oder yahoo spricht, die aber mittlerweile weitestgehend an Bedeutung verloren haben oder nicht mehr existieren bzw. geschluckt wurden, aber wie gesagt, die Begründung dafür liegt im Erstelldatum.
Unabhängig davon erörtert O’Reilly doch ein paar interessante Dinge. Die Beschreibung und Bedeutung der Blogosphäre  beispielsweise – mit Worten wie „wir, die Medien“ oder das „ehemalige Publikum“ [Dan Gillmor] spiegelt er genau die Punkte wieder, die das Internet, so wie wir es heute kennen, aus- und so wertvoll machen.
Nicht zuletzt waren aber auch die „neuen“ Webtechnologien, wie DOM, AJAX, CSS, Javascript, PHP, Python, SQL, Ruby erforderlich, um Dinge, die hinter Network as a Service, Software as a Service oder Cloudcomputing stecken, möglich zu machen – lose Kopplung und die damit verbundene einfache Implementierung von Modulen, die daraus resultierenden Möglichkeiten des Recombining bestehender Modulen. Interessanterweise fallen Worte wie Content Management System, WordPress oder Typo3 nicht ein einziges Mal.

Wie O’Reilly ebenfalls bemerkte, brachte das Web 2.0 nicht nur neue, technologische Lösungen mit sich, sondern verdrängte auch statische Konzepte und Produkte. Neue Kontexte erfordern eben auch neue Geschäftsmodelle wie beispielsweise Creative Commons oder Crowd Funding.

Schon 2004 prophezeite er das ausserordentliche Augenmerk auf Datenbanken und Datensammlungen. Und auch damals stellte er schon die Frage wem denn diese schier ins Unendliche wachsenden Datenberge wohle gehören würden. Das Web als grosser Marktplatz nicht nur für neue Ideen, sondern auch für Daten, viele Daten.

O’Reilly fiel aber schnell auf, dass er die Gewichtung etwas unrealistisch platzierte und veröffentlichte mit John Battelle 5 Jahre später ein White Paper unter dem Titel „Web Squared: Web 2.0 Five Years On„. In dem dann auch endlich Worte wie Twitter, Facebook oder auch YouTube fielen. Dann zum ersten Mal wurde auch das in der Vergangenheit eher rötlich konnotierte Wort Kollektiv ins Spiel gebracht. Die beiden Autoren legen nun ein deutliches Augenmerkt auf Social Media, kollektives Arbeiten und die damit verbundenen gemeinsamen, kreativen Schaffensprozesse im Internet.

…nach meiner Auffassung:

O’Reilly erwähnt in seinen Ausführungen ein Brainstorming, dass er und ein paar Gleichgesinnte wohl zu Beginn durchführten. In den von ihm aufgeführten Gegenüberstellungen fiel mir eines ins Auge: „Veröffentlichung    –>    Beteiligung“. Wobei ich beides nicht unbedingt einander gegenüberstellen würde, aber gut. Beteiligung… Das Wort habe ich schon irgendwann mal in meinem Kopf gesehen.

O’Reilly eruiert in seinen Ausführungen eine ganze Reihe von Punkten:

– das gemeinsame Arbeiten und Erschaffen („Schwarmintelligenz“, Communities)
– das Umdenken zu „Software as a Service“
– Dezentralisierung von Ressourcen
– Macht des Bloggens (neue Einträge abonnieren, netzartige Verlinkungen)
– Datenhunger
– technische Weiterentwicklungen und Anspruch auf Usability

Das sind in meinen Augen alles absolut richtige und auch wichtige Aspekte, aber muss es dafür immer gleich ein Schlagwort und eine Definition geben?

Was ich damit sagen möchte: nicht immer ist es von Bedeutung oder einfach nicht von Nöten etwas zu benamen, etwas eine Überschrift oder ein Bezeichnung zu geben. Es bedarf nicht immer gleich einer Kategorisierung. Warum? Um so Schubladen zu kreieren? Und was wird dann mit diesen Schubladen getan? DAS. Um so etwas Allgegenwertiges greifbar und erreichbar zu machen?

Es tut mir leid. DAAAHHHAS IIINTERNET *hall**grusel**greul**blitz* ist nichts, was auch nur im Entferntesten greifbar oder auch erfassbar wäre. Es ist auch kein Rubel rollendes Instrument für die Marketing-Fuzies und SEO-Gurus dieser Welt.

Das Fazit für Web 2.0: Netzwerk-Effekte durch Nutzerbeteiligung sind der Schlüssel zur Marktdominanz in der Web 2.0 ära.
[Seite 7/16; Was ist Web 2.0? – Entwurfsmuster und Geschäftsmodelle für die nächste Software Generation; by Tim O’Reilly, Deutsche Übersetzung Patrick Holz, Quelle: http://twozero.uni-koeln.de%5D

Wenn eines Googles Aufmerksamkeit erregt, dann sind das ein Haufen von Clicks und Links, die ohne das Zutun der Suchmaschine generiert wurden. Wie erreicht man das? Ganz einfach: ein Dienst, eine Plattform, was viele Menschen gerne nutzen und immer freudig drauf los Verlinkungen und Clicks generieren. Und volar…! Ich meine, warum sind denn Facebook-Einträge an erster Stelle, wenn man mit Hilfe von Google nach Personen sucht? Aber ich schweife ab… Ein cleverer Mensch (ich weiss nur nicht mehr wer. Über jegliche Hinweise und Links wäre ich dankbar) schrieb/sagte einmal: „Wir [die Menschen] sind das Produkt“ um das es bei Facebook geht. Das lässt sich auch super auf Google etc. ummünzen. Im Grossen und Ganzen geht es doch nur darum, in einem digitalen Schwanzvergleich, dem sich Google und Co. immer wieder bereitwillig stellen, darum zu wetteifern wer die grössten und dicksten Datenbanken hat.

Was zu Beginn harmlos wirkte, hat sich zu einem gebündelten Machtpotenzial entwickelt – frei nach dem Motto: „Die ich rief, die Geister,…„. Aus diesem Grund ist im Leben immer, egal ob ich Jemandem gegenübersitze oder seinen Tweet lese, eine gesunde Skepsis angebracht.

Das Netz ist keine eigene und autarke Welt – die virtuelle Realität. Es ist ein Teil unseres Lebens – unserer realen Welt. Und die Ära, die manche als Web 2.0 bezeichnen, hat uns nur die Möglichkeiten gegeben und uns gezeigt wie bedeutsam und machtvoll dieser Teil unserer Realität doch ist.

<sarkasmus>Und das „Web 3.0“ wird dann wohl über das gemeinsame Ändern und Erweitern von Inhalten auf Wikipedia, Amazon und Youtube weit hinaus gehen? Vielleicht kann man ja dann mit Hilfe dieses Internets sogar Versuchen aktiv das reale Leben zu beeinflussen, zu gestalten und damit verbessern.</sarkasmus>

(Funfact: dass die Menschheit erst über den Umweg des Internets auf die Idee kommt: „Hey, lasst uns doch alle gemeinsam überlegen und daran Arbeiten wie wir unser Zusammenleben und die ganze Welt für alle besser machen können“, ist schon ein bisschen Darwin)

PS: Dass (nach meiner Meinung) Twitter die Nachfolge von RSS angetreten hat, wurde Mr. O’Reilly aber auch noch nicht gesagt, oder?

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